Info: Montgeron

Ein Bericht von Gerhard Roos.

Die erste Erwähnung erfolgte 1147 und der Ort führte den Namen Mons Gisonis. Er lag an der Landstraße nach Paris. An der Berghöhe wurde 1189, in der damaligen Dorfmitte, der heutige »Place des Tilleuls«, eine Kirche erbaut. Das Dorf war lange Zeit von der Kirchengemeinde Vigneux und damit von der Abtei St. Victor in Paris abhängig. Jedoch vom 15. bis zum 18. Jahrhundert nahm das herrschaftliche Schloß den Mittelpunkt im Leben des Dorfes ein. Es war der Wohnsitz von hohen Mitgliedern der königlichen Verwaltung. Das Schloß selbst, das im Stil der Zeit Heinrich IV. erbaut wurde, wird um die Mitte des 19. Jahrhunderts zerstört. Mit dem Neuaufbau wurde das Dorf größer und damit länger, denn es zog sich an der Landstraße hin. Besonders im 17. Jahrhundert wurden immer mehr Häuser und Höfe gebaut. In diesen Häusern wohnten Winzer, die ein oder zwei Hektar Land mit Reben und Obstbäumen bebauten. Montgeron gehörte damals zur größten Weingegend Frankreichs. Doch nach und nach begannen Pariser aus den vornehmen Schichten Häuser, insbesondere ihre Landhäuser, hierher zu bauen. Und das auf den Hängen, wo bisher der Weinanbau erfolgte. Doch damit wurde Montgeron zu einem vornehmen Vorort von Paris. Selbst König Ludwig, der Vierzehnte, hatte mit dem nahen Wald ein prächtiges Jagdrevier. Und, wie oben schon angedeutet, wohnte natürlich der Jägermeister in Montgeron. Das sich vermehrende Wild und die Jagd richteten große Schäden in der Landwirtschaft und im Forst bis in die Flußniederung an. In der über 900-jährigen Geschichte der Stadt wurde Montgeron von Kriegen, Hungersnöten, Krankheiten wie die Pest, nicht verschont. Als das »Schreckliche Jahr« wird das Jahr 1652 bezeichnet, denn da, so schreibt der Chronist, erreichte das Elend seinen Höhepunkt. Selbst die französische Revolution hatte auf die Entwicklung des Ortes kaum einen Einfluß. Montgeron wurde immer größer. Es wurden Kneipen und Wirtshäuser eröffnet. Selbst das heutige Rathaus war zu dieser Zeit ein Wirtshaus. Die Gegend gewann immer mehr an Ansehen und damit wurde auch das Rathaus zu bescheiden und die Kirche zu klein. Da schenkte Général der Rottembourg der Gemeinde ein weites Gelände, auf dem nun eine neue Kirche, ein Rathaus, die Schule und das Pfarrhaus errichtet wurde. Das alte Rathaus ist heute die Stadtbibliothek und steht ebenso auf dem »Place de Rottembourg«.Die Landwirtschaft ging immer mehr zurück. Der Rest der Reben fiel den Schädlingen zum Opfer. Viele Winzer zogen nach Paris. Am Ende des »preußischen Krieg« und nach dem schrecklichen Winter 1870/71 gab es keine einzige Rebe mehr. Aber dann kamen bessere Zeiten. Die Reichen aus Paris bezogen ihre Wohnungen in Montgeron. Die günstige Lage und die Eröffnung der kleinen Eisenbahnstation lockte immer mehr neue Einwohner an. So entstanden neue Wohnviertel und 1939 zählte die Stadt schon 4000 Einwohner. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Gymnasium gegründet. Es ist jetzt eine der »ältesten« Lehranstalten in der Umgebung von Paris. Mit neuen Wohnvierteln kamen die Kaufhöfe und Montgeron zählt heute 22000 Einwohner.