Info: Eschborn

Ein Bericht von Gerhard Roos.

Am 12. Juni 770 wurde der Ort, damals als »Aschenbrunne« das 1. Mal in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorch erwähnt. Aber schon in vorgeschichtlicher Zeit war die Gemarkung Eschborn besiedelt. Das wird durch zahlreiche Bodenfunde aus der Stein- und Bronzezeit belegt. Der Name Eschborn oder »Aschenbrunne« geht auf das Keltische zurück und bedeutet Brunnen an einer Esche. Das Wahrzeichen der Stadt, die Esche, steht nahe der Evangelischen Kirche. Seit dem Jahre 1980 feiert man jeweils im Juni auf dem Platz an der Esche das sogenannte Eschenfest. Im Jahre 875 wurde der Ort durch eine große Überschwemmung zerstört. Es fanden dabei 88 Menschen den Tod und nahezu der gesamte Viehbestand wurde ausgerottet. Beim Wiederaufbau entstand wahrscheinlich auch der mächtige steinerne Wehrturm der Evangelischen Kirche. Das Ortsbild wurde schon damals vom Westerbach geprägt, der als offener Bachlauf durch den Ober- und Unterort fließt. Die Häuser waren mit ihrer Schmalseite auf den Bach hin ausgerichtet. Im Ortsmittelpunkt befand sich die Kirche und der Pfarrhof. Die Hauptverbindungsstraße von Süden in Richtung Köln führte durch Eschborn. Das Dorf wurde bis in die Neuzeit von großen Gutshöfen geprägt. Die am Westerbach gelegene alte Mühle aus dem Jahre 1405 stellte im vorigen Jahrhundert seinen Betrieb ein. Die im 11. Jahrhundert vorhandene Turmburg war der Stammsitz der »Ritter von Eschborn«, später auch »Ritter von Cronberg«. Aus dieser Familie stammen berühmte Männer, wie Hartmut XII., ein enger Freund Martin Luthers. Die Burg bestand bis 1622, sie wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Unter der Bezeichnung »Schlacht bei Eschborn« auf der Höhe zwischen Eschborn und Steinbach fand 1389 ein großes Gefecht zwischen den Truppen der freien Reichsstadt Frankfurt und den Rittern von Cronberg mit ihren Verbündeten statt. Die Kronberger waren dabei siegreich und nahmen zahlreiche Gefangene, darunter auch den Bürgermeister von Frankfurt. Erst durch die Zahlung von 7300 Goldgulden Lösegeld kamen die Gefangenen wieder frei. Der Stadtteil Niederhöchstadt kam im Zuge der Gebietsreform am 1. Januar 1972 zur Stadt Eschborn. Auch seine Geschichte geht bis in das Jahr 782 zurück. Die günstige Verkehrslage Eschborns zwischen den großen Städten im Rhein-Main-Gebiet, die Autoverbindung nach Norden und Süden der Bundesrepublik und die Lage zwischen Taunus und Großstadt Frankfurt am Main haben zu der heutigen Entwicklung Eschborns beigetragen. Wesentlich jedoch war und ist, daß die Stadt immer wieder Gelände für Gewerbe- und Wohnungsbauvorhaben erschlossen hat. Eschborn ist die Stadt mit der höchsten Zahl der Arbeitsplätze im Main-Taunus-Kreis. Ihre Zahl ist von rund 150 im Jahr 1950 auf über 14000 im Jahr 1984 angestiegen. Für Eschborn, die »Stadt im Grünen«, ist von Bedeutung, daß fast alle Firmen »rauchlos« und » sauber« sind. Sie haben Eschborn als Standort ihrer Hauptverwaltungen, für ihre Zentrallager und ihre Verkaufsniederlassungen gewählt. Eschborn kann sich mit Fug und Recht als ein Büro- und Handelszentrum im Wirtschaftsdreieck Rhein-Main-Taunus bezeichnen. Seit 1985 hat die Stadt Eschborn eine Partnerschaft in Frankreich mit der Stadt Montgeron.