Unterseite des Projekts Karneval | Narrenlexikon von viernau.de, Website der Gemeinde Viernau in Südthüringen
Das P. ist das Regierungsoberhaupt des Narrenreichs während der Fünften Jahreszeit.
Der Prinz regiert alleine, als P. zusammen mit einer Prinzessin, in einem Dreigestirn oder mit einem Zeremonienmeister bzw. Hofmarschall. Er ist aber immer die wichtigste Person und regiert die Fünfte Jahreszeit. Mancherorts wird das Amt von einer Prinzessin übernommen. Vielfach wird das P. auch von einem Hofstaat oder auch Prinzengefolge begleitet, was eine Persiflage auf die Hofbediensteten wirklicher Adelshäuser darstellt. Es gibt Hofnarren, Hofdamen, den Mundschenk, den Schatzmeister etc. Die Mitglieder des Hofstaates unterstützen den Prinzen bei seinen repräsentativen Pflichten, zudem sind ihnen in der Regel auch organisatorische Aufgaben zugewiesen.
Prinz und P. sind relativ junge Erscheinungen. Im Zuge der Fastnachtsreform trat ein Karnevalsprinz erstmals 1823 in Köln als »Held Karneval« auf. Schon damals glich sein Äußeres dem eines Herrschers. Er trug eine Krone mit Pfauenschweif, eine goldene Kette, einen funkelnden Gürtel, ein weißes Untergewand und einen Purpurmantel. Der Held sollte nach den Vorstellungen der Reformer »die Erbärmlichkeit des gewöhnlichen Treibens auf Grund seines edlen Charakters« in die gewünschten Bahnen lenken und alle Mißstände besiegen. Auch andere Städte und Gemeinden schlossen sich dem Kölner Vorbild an. Vielerorts tritt jedoch der Karnevalsprinz nicht alleine auf, sondern bildet zusammen mit einer Karnevalsprinzessin das P., das Herrscherpaar über das Narrenreich.