Unterseite des Projekts Karneval | Narrenlexikon von viernau.de, Website der Gemeinde Viernau in Südthüringen
Als G. bezeichnet man eine besonders rhythmische, auf spezielle Art »falsch« gespielte Blasmusik.
Meistens wird sehr gekonnt knapp neben der Melodie hergespielt, das heißt man erkennt die Melodie durchaus, aber sie klingt ziemlich schräg. Dabei wird sie von einer ebenfalls sehr guten Rhythmussektion dominiert und vorangetrieben. So entsteht eine wilde, mitreißende Musik, gut tanzbar und hervorragend geeignet für spontane Platz- und Straßenkonzerte während der närrischen Tage. Die Musiker sind zudem alle verkleidet und maskiert. Die Verkleidungen sind oft mit silber-, gold- oder andersfarbigen Glitzerstoffen versetzt. Dazu kommt eine meist wilde Gesichtsschminke.
Professionelle Guggenmusiker feilen das ganze Jahr über an den Musikstücken und Choreografien für die närrische Zeit, denn gekonntes Schiefspielen will auch gelernt sein.
Neben traditionellen Blechblasinstrumenten wie Trompete, Tuba und Posaune und Schlagwerk, hat heute auch beinahe jedes andere Instrument Eingang in die Guggenmusik gefunden. Von der Steeldrum bis zum Dudelsack, von der Piccoloflöte über Klarinetten und Saxophone bis zu gewaltigen Sousaphonen ist alles anzutreffen.
G. kommt ursprünglich aus dem alemannischen Raum (Schweiz und Süddeutschland). Der Begriff leitet sich vermutlich her von »Gugge«, was im Alemannischen für Tüte steht. Im Schweizerdeutsch bezeichnet der Begriff »Gugge« sämtliche Arten von Blechblasinstrumenten.