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Großer Dolmar

Tafelberg nordöstlich von Meiningen, 739m ü. NN.

Hat Kühndorf im Südwesten zu Füßen. Rohr liegt im Westen, die Orte Christes und Metzels im Norden. Der G. ist als alleinstehender Berg im Umland weithin sichtbar. Eindeutiges Erkennungsmerkmal ist der abgeflachte Gipfel, die typische Tafelbergsilhouhette. G. besitzt zahlreiche Aussichtspunkte. Der Gipfel ist vom Südhang bzw. von Kühndorf aus erreichbar. Am Hang im Südwesten liegt aufgrund der besonderen Luftbedingungen ein Start- und Landeplatz für Drachenflieger und Ultraleichtflugzeuge. Auf dem Gipfelplateau steht das Charlottenhaus, ein Berggasthof mit Übernachtungsmöglichkeit.

Historisches

Der G. wurde von Germanen und Kelten als Ritual- und Opferplatz genutzt. Spuren mehrerer Ringwälle und Hügelgräber sind bis heute erhalten. 1668 ließ Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz sein herzögliches Jagdhaus hier erbauen, welches 1726 durch Blitzschlag zerstört wurde. 1882 wurde vom Thüringerwald-Verein Meiningen auf dessen Kellermauern das Charlottenhaus erbaut, der Name stammt von Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningens Gemahlin Charlotte.

Zur Zeit des Kalten Kriegs hatte der G. aufgrund der Nähe zur innerdeutschen Grenze eine besondere Bedeutung und diente den Sowjets als Übungsplatz. Er war zu dieser Zeit eine der Öffentlichkeit vorenthaltene geschlossene Sperrzone. Das Charlottenhaus wurde während der Besetzung vollkommen zerstört und erst 1999 auf den alten Fundamenten in der heutigen Form wieder neu errichtet und anläßlich der Sternwanderung am 1. Mai 2000 eingeweiht.

Wissenswertes

G. entstand im Zuge vulkanischer Aktivität. Er besteht aus einem Basaltkegel, eingebettet in Kalkstein. Als abgelegener östlichster Ausläufer der Rhön bildet der G. den Übergang zum Thüringer Wald.

1927 wurde die erste Benzin-Motorsäge (Typ A) auf dem Berg getestet, daraus entstand die Firma Dolmar.