Unterseite des Projekts Karneval | Narrenlexikon von viernau.de, Website der Gemeinde Viernau in Südthüringen
Die B. bezeichnet jenen Ort auf der Bühne, von dem aus der Redner seine närrischen Weisheiten, seine Erlebnisse aus dem vergangenem Jahr und humorvolle Nackenschläge zum Besten gibt. Die B. ist allerdings vielmehr als nur ein Rednerpult – es ist quasi närrisches Hoheitsgebiet des Vortragenden, auf dem er die vielzitierte Narrenfreiheit genießt.
Bereits im Mittelalter hat der Narr Abweichungen von der Norm kritisiert. Ihrer Herkunft nach ist die B. ein halbes, nach hinten geöffnetes Weinfaß: ohne Wein keine Fastnacht und bekanntlich soll im Wein ja auch Wahrheit liegen. Ein anderer Erklärungsversuch ist, die B. aus der »Waschbütte«, dem Waschfaß abzuleiten. Im Karneval wird die schmutzige Wäsche in Form der Büttenrede gewaschen: Der Redner kritisiert in humorvollen Reimen Gesellschaft und Politik. Aber auch Gedanken an Diogenes, den griechischen Denker, der seine Philosophie aus einem Faß verkündete, liegen nahe. Vielleicht hat man deshalb im Laufe der Zeit der B. das Aussehen einer Eule, dem Vogel der Weisheit, gegeben.