Viernauer Züchter baute einzigartiges Nest

In der Viernauer Hügelstraße 3a wurde am 19. August 1995 das »Kleine Thüringer Geflügelmuseum« eröffnet. Dieses ist neben dem Taubenmuseum in Nürnberg das einzige seiner Art in Deutschland.

Günter Schneider hat in seinen privaten Räumen all das zusammengetragen, was die Herzen deutscher und ausländischer Geflügelzüchter höher schlagen läßt. Die Idee zur Einrichtung eines privaten Museums kam ihm durch den freundschaftlichen Kontakt zu Karl-Heinz Sollfrank, der das Taubenmuseum in Nürnberg betreibt. »Er hat mir Mut gemacht«, sagte der seit seiner Kindheit mit der Geflügelzucht verbundene Museumsbetreiber.

In den elf großen Ausstellungsräumen sind auf über 360qm Ausstellungsfläche unter anderem Plastiken, Gemälde, Auszeichnungen, Literatur, alte Dokumente und Zuchtgeräte rund um das liebe Federvieh zu sehen. Viele der Kostbarkeiten stammen aus Günter Schneiders privater Sammlung, andere wurden ihm von befreundeten Züchtern bereitgestellt. Unter den mittlerweile 16.000 Exponaten finden sich manch alte Erbstücke sowie seltene Sammelstücke aus Antiquitätenläden, aber auch Spezialanfertigungen. »Besonders Züchter aus der Schweiz, Österreich und Dänemark haben mich unterstützt, da es in diesen Ländern auch noch keine Museen dieser Art gibt«, sagte Günter Schneider. So steht bereits im ersten Ausstellungraum eine Vitrine mit Schweizer Medaillen, Pokalen und anderen Dokumenten.

Neben den vielen Dingen, die es zu betrachten gibt, laden Tische und Stühle zum Verweilen ein. Diese sollen fachliche Gespräche unter Züchtern ermöglichen. Außerdem ist die regelmäßige Durchführung von Tagungen angedacht. Von der Tischwäsche bis hin zur Dekoration sind alle Gegenstände mit Geflügelmotiven verziert. Sogar die Kaffeetassen und der Aschenbecher haben ein entsprechendes Design.

Über jedes noch so kleine Teil in seinem Museum könnte der Viernauer eine kleine Geschichte erzählen. »Thüringen hat die meisten Geflügelrassen« weiß der Museumsbesitzer zu berichten. Sein Anliegen ist es, diese Tradition auch durch das Museum wieder zu beleben. Seit vielen Jahren forscht er in alten Zeitungen und Büchern in der Thüringer Geflügelzuchtgeschichte. Immer wieder entdeckt er dabei bislang unbekannte Tatsachen. Schneider: »Zum Beispiel war 1899 die erste internationale Geflügelausstellung in Petersburg. Über die Hälfte der Aussteller waren Thüringer«.

Das Geflügelmuseum ist zur Begegnungsstätte der Geflügelzüchter geworden, viele Vereine haben ein Ziel ihres Vereinsausfluges. Sondervereine treffen sich gerne hier, aber auch Kinder, Jugendliche und vor allem Schulklassen haben hier einen Anlaufpunkt. Die meisten Besucher sind natürlich Insider. Doch auch Nicht-Züchter finden Gefallen am Museum in der Hügelstraße. Schneider: »Es waren selbst Busse im Rahmen von Kaffeefahrten hier zu Besuch.«